Interview mit Petra Boch (Flora Apotheke)
17.08.2025, 13:34
In unserer Interviewreihe möchten wir Euch die Mitglieder der Werbegemeinschaft Kastellaun einmal genauer vorstellen. Heute ist Petra Boch von der Flora Apotheke an der Reihe. Im Interview erzählt sie uns, wofür ihre Apotheke steht, was sie am Hunsrück liebt und was sie sich für die Zukunft wünscht, damit die Apotheke weiterhin nicht nur „dann, wenn es weh tut“ da sein kann.
Wie heißen Sie und was ist Ihre Funktion hier?
Ich heiße Petra Boch und bin die Inhaberin der Flora-Apotheke hier in Kastellaun.
Seit wann arbeiten Sie als PKA/PTA, wann haben Sie die Apotheke übernommen?
Ich habe in Mainz studiert und bin seit 2003 Apothekerin. Nach meinen ersten Arbeitsstellen als angestellte Apothekerin in Mainz, Wiesbaden und Boppard arbeite ich seit 2012 wieder „heimatnah“ in der Flora-Apotheke, die ich 2019 von Frau Poulakos übernehmen durfte.
Welche Dienstleistungen und Produkte bieten Sie an?
Unsere Apotheke bietet weit mehr als nur die klassische Medikamentenabgabe. Uns ist die persönliche Beratung besonders wichtig – wir nehmen uns Zeit für individuelle Fragen zu Medikamenten, Wechselwirkungen oder allgemeinen Gesundheitsthemen. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Aktionstage zu speziellen Themen an und stellen individuelle Rezepturen her, wenn es für die Bedürfnisse unserer Patienten kein passendes Fertigarzneimittel gibt. Viele Kundinnen und Kunden nutzen außerdem unser Angebot im Bereich Naturheilkunde, Homöopathie oder hochwertige Apothekenkosmetik. Gerade für chronisch Erkrankte und pflegende Angehörige haben wir passende Hilfsmittel und unterstützen auch mit einem zuverlässigen Lieferservice oder unserem Blisterangebot. Und wer lieber digital unterwegs ist, kann über unsere App oder Website ganz bequem Medikamente vorbestellen oder einen Beratungstermin buchen. So verbinden wir moderne Technik mit der Nähe vor Ort. Seit einigen Monaten haben wir uns auf Ernährungsberatung spezialisiert und vermessen seit Jahren Flach- und rundgestrickte Kompressionsstrümpfe. Ob Schwangerschaft, Kinderkrankheiten, Frauengesundheit, Palliativversorgung, unser Ziel ist es ein Anprechpartner für alle Gesundheitsthemen zu sein, vor Ort, nahbar und immer für unsere Kunden da.
Wie sind Sie dazu gekommen, diesen Beruf auszuüben?
Ich habe mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert und mag den Kontakt mit Menschen. Da bietet das Pharmaziestudium und die Arbeit in einer Apotheke unzählige Möglichkeiten.
Was macht Ihnen daran am meisten Spaß?
Am meisten mag ich den Kontakt und das Gespräch mit unseren Stammkunden in der Apotheke, zu denen sich über die Jahre eine echte Bindung aufgebaut hat. In einem gut gelaunten Team ist dies wirklich noch immer mein Traumberuf.
Warum hier Kastellaun bzw. hier in der Region, und was schätzen Sie daran am meisten?
Ich bin im Hunsrück aufgewachsen und zur Schule gegangen. Im Gegensatz zu vielen meiner damaligen Klassenkameraden hat es mich nie wirklich in die Ferne gezogen. Zwar mag ich Reisen und Städte, doch bei der Arbeit in der Apotheke ist es einfach schön, wenn man sich mit den Leuten einfach versteht, weil man „ähnlich tickt“. Gerade mit Menschen aus der Region ist das oft so: man spricht dieselbe Sprache, im wahrsten Sinne des Wortes, hat einfach oft denselben Humor und dieselbe Einstellung. Das macht für mich die Arbeit im Team und mit unseren Kunden aus.
Haben Sie einen Zukunftswunsch für Kastellaun und Ihren Beruf?
Was wünsche ich mir für die Zukunft der Apotheke vor Ort? Ich wünsche mir, dass die Apotheke vor Ort auch in Zukunft ein fester, verlässlicher Bestandteil unserer Städte und Gemeinden bleibt – als Anlaufstelle für Gesundheit, Beratung und persönliche Betreuung. Gerade in einer immer digitaleren und unübersichtlicheren Welt brauchen Menschen einen Ort, an dem sie persönlich beraten werden, Vertrauen aufbauen können und schnelle Hilfe finden – ohne lange Wege, Warteschleifen oder anonyme Callcenter. Damit das so bleibt, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Die Apotheken brauchen eine faire Vergütung für ihre Leistungen, gerade auch für Dinge wie Notdienste oder pharmazeutische Dienstleistungen, bei denen wir heute schon viel zur Gesundheitsvorsorge beitragen – z. B. bei der Blutdruckkontrolle, Impfberatung oder beim Medikationscheck. Ich wünsche mir auch, dass Prävention und Vorsorge in Zukunft eine noch größere Rolle spielen – und dass die Menschen erkennen: Die Apotheke ist nicht nur „da, wenn etwas weh tut“, sondern kann helfen, Gesundheit zu erhalten. Dafür braucht es mehr Unterstützung durch die Politik und gezielte Aufklärung in der Bevölkerung. Und nicht zuletzt ist mir wichtig, dass der Nachwuchs gut ausgebildet wird. Die pharmazeutische Ausbildung muss mit der Zeit gehen: moderner, praxisnäher und digitaler – damit wir auch in Zukunft gut qualifizierte Apothekerinnen, Apotheker und PTAs in unseren Teams haben. Kurz gesagt: Ich wünsche mir, dass Apotheken weiterhin das bleiben, was sie heute sind – ein Stück Sicherheit und Lebensqualität vor Ort. Aber dafür brauchen wir jetzt die richtigen Weichenstellungen.
Wenn Sie auf Ihre bisherige Zeit hier zurückblicken, gibt es da besondere Highlights?
Die Kuchentage in der Apotheke! Meine Kolleginnen können irre gut backen.
Gibt es irgendetwas, was Sie Ihren Kunden abschließend mitteilen möchten?
Ich wünsche allen unseren Kunden vor allen Dingen Gesundheit. Und dass wir sie auf dem Weg dorthin ein Stück begleiten können.